Grußwort von Sabine Schlüter, Bürgermeisterin Bispingen

Im Namen der Gemeinde Bispingen heiße ich alle Teilnehmer des Calumed-Kongresses 2012 "Freiheit, die wir meinen" auf das Herzlichste willkommen.

Auch in unserer Gemeinde und in der Arbeit für unsere Bürgerinnen und Bürger wird zunehmend deutlich, welche Bedeutung das verfassungsgemäß garantierte Gut "Freiheit" und die damit verbundene Verantwortung für jeden von uns hat. Die ökonomischen Sachzwänge lassen die Spielräume für die politische Gestaltung unseres Gemeinwesens immer enger werden und so ist aktiver Freiheitswille und Verantwortungsbereitschaft aller gefordert, um neue Perspektiven für die Zukunft des Dorfes zu gewinnen.

Der Staat arbeitet an Wegen, auch die biologischen Merkmale der Bürger zu registrieren, um ihren Schutz vor Kriminalität zu verbessern. Aber hilft das wirklich weiter? Auch die Wirtschaft wird immer erfinderischer, Informationen über die Vorlieben ihrer Kunden zu sammeln. Das Internet mit seinen Plattformen und Portalen macht uns, wenn wir naiv damit umgehen, zu "transparenten Menschen". Mit unseren Handys, Navis und Laptops lassen sich immer leichte Bewegungsprofile erstellen.

Die Bürger selber gehen sonderbar sorglos mit dieser Entwicklung um. Vielleicht haben wir alle schon zu lange in einer Sphäre von Freiheit und Frieden gelebt, um uns noch der fundamentalen Errungenschaften unserer Verfassung und unserer Gesellschaft bewusst zu sein. Bei vielen dieser Entwicklungen setzen wir so das hohe Gut unserer Privatsphäre und unserer Freiheit aufs Spiel.

Politik und Zivilgesellschaft bedürfen in dieser Situation der achtsamen Vergewisserung ebenso wie der Überprüfung der eigenen Denk- und Handlungsmaximen und der Ermutigung zu persönlich verantwortungsvollem und selbst reflektiertem Wachstum. Angesichts der Komplexität der Sachverhalte gilt es, die eigene leiblich-geistige Einzigkeit zum Ausgangspunkt des Denkens zu machen und neue Schneisen der Bewusstmachung und (Wert-)Orientierung zu gewinnen. Politik und Zivilgesellschaft brauchen Unternehmungen wie diesen Kongress, um die Freude an der Lebensquelle "Freiheit" wach zu halten und Wege zu beschreiben, wie Freiheit auch heute gelebt, gestaltet und gefördert werden kann.

So begrüßen wir als Gemeinde dieses wichtige und notwendige Vorhaben und sind mit den Teilnehmenden an diesem Kongress gespannt, welche Einsichten und Impulse aus dem Kongress für alle hervorgehen mögen.

Ich freue mich, wenn zudem bei aller geistigen Arbeit rund um den Kongress für die Kongress-Gäste auch Zeit und Raum  bleiben, um die einzigartige Schönheit der Lüneburger Heide und die Ruhe der Landschaft rund um den Wilseder Berg genießen zu können und schätzen zu lernen.

Allen Teilnehmern des Kongresses wünsche ich motivierende, sie in Ihrer persönlichen Entwicklung befreiende und klärende Impulse und Begegnungen.

Ihre

Sabine Schlüter